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Architekturpreis 1998
Kategorie Neubau Wohngebäude
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Situation
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Edward Hopper: The camels hump
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Ansicht Gartenseite
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Grundriß 1. OG
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Ansicht Straßenseite
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Die Aufgabe
An einem bestehenden Gebäude aus den 50er Jahren mit einer Apotheke im Erdgeschoß sollte die Wohnung im Obergeschoß um einen großen Wohnraum erweitert werden. Wir entwickelten ein Gebäude auf Stützen.
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Die Kreuzung
Zwischen Feldern ,einzel- und doppelständigen Häusern verläuft nach Norden leicht abfallend die Straße am Vierrutenberg. Eine schiefwinklige Kreuzung spitzt das Endgrundstück auf die Ecke zu. Das bestehende Gebäude hat keinen räumlichen Bezug zur Kreuzung, sondern setzt lediglich die auf einer Linie stehenden Häuser entlang der Straße fort.
Wir entschieden uns, die Erweiterung des Altbaus an seine nördliche Seite zu legen und damit gleichzeitig einen der vier Eckpunkte der Kreuzung zu definieren. Zwei weitere Ecken sind undefiniert und mit Gebrauchsarchitektur besetzt. Über die vierte Ecke öffnet sich der Strassenraum zur Landschaft. Der Erweiterungsbau beginnt eine stadträumliche Situation an der Kreuzung zu entwickeln.
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Ansicht am Vierrutenberg
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Blick nach Westen
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Die Landschaft
In einer vorstädtisch geprägten Gegend im Berliner Norden liegt das Grundstück, eingebettet in eine sanft hügelige Landschaft am Rande des Tegeler Fließes. Ein weiter Ausblick nach Westen auf Felder und Wiesen ist ein überraschendes landschaftliches Ereignis im dichten Vorstadtgürtel von Berlin.
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Die hängenden Terrassen
Aus der "verrückten" Angewohnheit der Bauherrn, in den Sommermonaten den abendlichen Sonnenuntergang vom Dach des Hauses aus zu genießen, entstand die Idee, den neuen Baukörper auf allen Ebenen begehen zu können. Die hängenden Terrassen treppen sich zur rückgewandten Gartenseite ab.
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Die Funktion des Sehens
Der massive Baukörper wird über die spitze Ecke der Raute durch eine Atelierverglasung aufgelöst und dem Blick nach Westen durch das massive, auskragende Vordach die Richtung gewiesen. Der Blick von innen nach außen wird konzentriert, die "Tiefenschärfe" des Horizontes erhöht.
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Der plastische Baukörper
Die Grundform des Erweiterungsbaus basiert auf einer Raute. Die Raute spitzt den Baukörper zum Kreuzungspunkt hin zu und folgt damit der Form des Zuschnitts des Grundstücks. Der auf der Grundform basierende Raum ist zu ca. 1/3 Außenraum (Terrasse zur Gartenseite) und zu 2/3 Wohnraum. Ein schmales Verbindungsbauteil, vertikal verglast, sitzt in der Fuge zwischen Raute (Neubau) und Rechteck (Altbau). Das Verbindungsbauteil bildet im Erdgeschoß den neuen alten Eingang.
Sichtbare Stützen, Wand und Dachflächen sind in Sichtbeton mit glatter Schalung hergestellt. Alle plastischen Bauteile, die dem Baukörper seine Gestalt geben, sind aus einem Guß.
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Schlußbemerkung
Die Plastizität des Gebäudes wird erst durch die Bewegung um das Gebäude erfahren. Aus spitzem Winkel erscheint dem aus südlicher Richtung kommenden Spaziergänger der Neubau hinter dem Altbau als senkrechter Strich mit horizontalem Balken. Erst der weitere
Weg um das Gebäude läßt die wahre Form des Körpers auf Stützen mit der Betonung der spitzen Ecke erahnen. Deutlich wird die Grundform der Raute nur an der Stelle, wo der Fußgänger die spitze Ecke des Gebäudes überschreitet und die Tiefe der Längswand im Blick für einen Moment hinzugewinnt. Die letzte, spitze "Einsicht" auf den Baukörper über die Gartenseite vom Gehweg der Benekendorfstraße läßt hinter der massiven Gebäudeflanke die Bildung des Gesamtbaukörpers aus Positiv- und Negativräumen erfahren.
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Mitarbeit
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Susanne Jäger
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Fotos
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Verena Pöhner
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MICHAEL GROLLMITZ STEFAN ZAPPE DIPL.-ING. ARCHITEKTEN
ANNA-LOUISA-KARSCH-STR. 7, D-10178 BERLIN
FON +49-30-24721075 FAX +49-30-24721076
EMAIL: info@grollmitz-zappe-architekten.de
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